„Nichtrauchen!“ von Batra & Buchkremer: Erfahrungen, Methode und Buch-Check
Kein großer Motivationsspruch, sondern ein strukturiertes Selbsthilfeprogramm: Anil Batra und Gerhard Buchkremer verbinden Raucherprofil, festen Rauchstopptag, neue Verhaltensweisen, Umgang mit Nikotinabhängigkeit und Rückfallprävention. Für wen kann dieser sachliche Sechs-Wochen-Ansatz besonders gut passen?
in sechs
Programmwochen
Wie ist „Nichtrauchen!“ von Batra und Buchkremer einzuordnen?
Dieser Ratgeber gehört zu den sachlicheren Büchern im Rauchstopp-Regal. Im Mittelpunkt steht kein einzelner mentaler Durchbruch, sondern ein konkreter Veränderungsprozess über mehrere Wochen.
Unsere Einordnung
Besonders interessant ist der Ratgeber für Leser, die nicht nur verstehen möchten, warum sie rauchen, sondern bereit sind, ihr Verhalten tatsächlich zu beobachten, vorzubereiten und zu verändern.
Das persönliche Raucherprofil, ein klarer Rauchstopptag, geplante Ersatzhandlungen und die Rückfallprävention ergeben einen nachvollziehbaren Ablauf.
Im Vergleich zu stärker mental ausgerichteten Ansätzen wie Allen Carr liegt der Schwerpunkt damit deutlich stärker auf praktischer Verhaltensänderung.
Die wichtigsten Angaben zu „Nichtrauchen!“
Bibliografische Angaben
- Titel: Nichtrauchen!
- Untertitel: Erfolgreich aussteigen in sechs Schritten
- Autoren: Anil Batra und Gerhard Buchkremer
- Verlag: Kohlhammer
- Reihe: Rat + Hilfe
- Auflage: 6., aktualisierte Auflage
- Erscheinungsjahr: 2017
- Umfang: 127 Seiten
- ISBN: 978-3-17-033691-9
Was das Buch unterscheidet
Der Ansatz stammt aus dem Umfeld von Suchtmedizin, Psychiatrie und Verhaltenstherapie.
Statt das Aufhören hauptsächlich über Motivation oder Überzeugung zu erklären, verbindet das Programm die Analyse des Rauchverhaltens mit konkreten Veränderungen im Alltag.
Die besprochene Ausgabe finden
Für diese Ausgabe kannst du nach der ISBN 978-3-17-033691-9 suchen.
* Affiliate-Link: Bei einem qualifizierten Kauf können wir möglicherweise eine Vergütung erhalten. Für dich ändert sich der Preis nicht.
Wie funktioniert der Ansatz von Batra und Buchkremer?
Das Buch behandelt Tabakabhängigkeit nicht als bloße Willensschwäche. Rauchen entsteht vielmehr aus mehreren miteinander verbundenen Ebenen.
Gewohnheiten
Kaffee, Autofahren, Pausen, Telefonieren oder Alkohol können zu automatischen Rauchauslösern werden.
Gefühle & Situationen
Stress, Langeweile, Belohnung, soziale Situationen und bestimmte Stimmungen beeinflussen das Rauchverhalten.
Nikotinabhängigkeit
Auch die körperliche Abhängigkeit und mögliche Entzugserscheinungen werden berücksichtigt.
Die Zigarette soll nicht nur weggelassen werden. Das Programm versucht herauszufinden, welche Funktion sie bisher hatte – und für genau diese Situation eine neue Reaktion aufzubauen.
Das Sechs-Wochen-Programm im Überblick
1
Wann rauchst du? Warum? Welche Zigaretten hängen besonders stark mit Stress, Gewohnheit, Belohnung oder körperlichem Verlangen zusammen?
2
Jetzt findet der eigentliche Rauchstopp statt. Gleichzeitig werden konkrete Alternativen für Situationen vorbereitet, in denen bisher automatisch geraucht wurde.
3
Klare Vereinbarungen und realistische Ziele sollen die neue Entscheidung festigen. Auch Ernährung und mögliche Gewichtssorgen werden berücksichtigt.
4
Kritische Momente werden bewusst vorbereitet. Zusätzlich wird eine Entspannungstechnik als Alternative zum bisherigen Rauchen eingesetzt.
5
Neue Routinen werden gefestigt, Erfolge sichtbar gemacht und noch vorhandene Schwachstellen gezielt bearbeitet.
6
Zum Abschluss rücken zukünftige Rückfallrisiken, Versuchungen und der langfristige Umgang mit alten Rauchgewohnheiten in den Mittelpunkt.
Warum das persönliche Raucherprofil wichtig ist
Nicht jede Zigarette erfüllt dieselbe Funktion. Genau deshalb ist es sinnvoll, nicht nur zu zählen, wie viel jemand raucht.
Fragen für dein persönliches Profil
- Wann rauchst du die erste Zigarette?
- Welche Zigarette würde dir subjektiv am schwersten fehlen?
- In welchen Situationen greifst du automatisch zur Zigarette?
- Welche Gefühle lösen besonders häufig Rauchverlangen aus?
- Welche sozialen Situationen sind mit Rauchen verknüpft?
- Welche Zigaretten rauchst du eigentlich fast gedankenlos?
Warum das besser ist als „einfach durchhalten“
Die Zigarette nach dem Essen kann etwas anderes bedeuten als die Zigarette nach einem Streit.
Deshalb braucht eine Gewohnheitszigarette möglicherweise eine andere Strategie als eine Stresszigarette.
Der Rauchstopptag kommt früh – bereits in Woche zwei
Das gefällt mir grundsätzlich an der Struktur: Die Vorbereitung wird nicht endlos ausgedehnt. Nach der ersten Beobachtungsphase folgt relativ schnell eine konkrete Veränderung.
Gleichzeitig wird der Rauchstopp nicht als bloßes „Ab heute darf ich nicht mehr“ behandelt. Für typische Situationen sollen vorab neue Reaktionen zur Verfügung stehen.
Nach dem Essen kurz aufstehen oder Zähne putzen, die klassische Raucherpause räumlich verändern, bei Stress bewusst ein paar Minuten gehen, im Auto Wasser oder Kaugummi bereithalten oder für ein Rauchangebot bereits eine Antwort vorbereitet haben.
Nikotin und Entzug werden nicht ausgeblendet
Damit unterscheidet sich der Ansatz deutlich von Methoden, die den Rauchstopp fast ausschließlich als mentale Entscheidung erklären.
Das Buch berücksichtigt, dass körperliches Verlangen und Entzugserscheinungen auftreten können und dass ihre Stärke von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein kann.
Körperliche Reaktion
Unruhe, Gereiztheit, Konzentrationsprobleme, Schlafveränderungen, Appetit oder Rauchverlangen können während der Umstellung auftreten.
Gelernte Reaktion
Selbst wenn die körperliche Seite nachlässt, können Kaffee, Stress, Pausen oder gesellschaftliche Situationen weiterhin einen Rauchimpuls auslösen.
Batra und Buchkremer trennen körperliche Abhängigkeit, Verhaltensmuster und Auslöser relativ systematisch. Tomomi Sato richtet den Blick stärker auf die Frage, warum sich die durch Nikotin beziehungsweise Gewohnheit ausgelöste Erleichterung für den Raucher überhaupt so wertvoll anfühlt.
Wie geht das Buch mit Nikotinersatz und Medikamenten um?
Ein weiterer Unterschied zu manchen rein mentalen Methoden: Medikamentöse beziehungsweise körperlich unterstützende Möglichkeiten werden nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Warum diese Offenheit sinnvoll ist
Selbsthilfe und körperliche Unterstützung müssen keine Gegensätze sein. Ein Mensch kann gleichzeitig seine Gewohnheiten verändern und Unterstützung für die Nikotinabhängigkeit nutzen.
Welche konkrete Behandlung individuell geeignet ist, lässt sich jedoch nicht aus einem allgemeinen Buch ableiten.
Sechs mögliche Stärken von „Nichtrauchen!“
1. Klare Struktur
Vorbereitung, Ausstieg, neue Routinen und Rückfallprävention bauen nachvollziehbar aufeinander auf.
2. Individuelles Raucherprofil
Nicht jede Zigarette wird gleich behandelt. Persönliche Auslöser und Funktionen werden berücksichtigt.
3. Früher Rauchstopptag
Bereits in Woche zwei wird aus der Vorbereitung eine konkrete Entscheidung.
4. Körper und Verhalten
Nikotinabhängigkeit und erlernte Verhaltensmuster werden nicht gegeneinander ausgespielt.
5. Rückfallprävention
Das Programm endet nicht einfach mit dem letzten Rauchstopptag.
6. Kompakter Umfang
127 Seiten machen den Ansatz deutlich überschaubarer als viele große Rauchstopp-Klassiker.
Was sollte man kritisch berücksichtigen?
Die Ausgabe ist nicht neu
Die besprochene Ausgabe stammt aus dem Jahr 2017. Grundlegende Verhaltenstechniken altern langsam, medizinische und versorgungsbezogene Details dagegen schneller.
127 Seiten können nicht alles abdecken
Komplexe Rückfallmuster, psychische Belastungen oder sehr starke Abhängigkeit benötigen möglicherweise mehr als ein kompaktes Selbsthilfeprogramm.
Aktive Mitarbeit ist notwendig
Wer lediglich liest, ohne Raucherprofil, Ersatzhandlungen oder Rückfallstrategien umzusetzen, nutzt den Kern des Programms nicht.
Vaping steht nicht im Mittelpunkt
Die besprochene Ausgabe richtet sich vor allem an Zigarettenraucher. Für Vaping oder Dual Use sind zusätzliche Informationen sinnvoll.
Der Nichtraucherzone-Faktencheck
| Thema | Ansatz des Buches | Unsere Einordnung | Status |
|---|---|---|---|
| Raucherprofil | Trigger und Funktionen des Rauchens werden zunächst erfasst. | Eine individuelle Analyse ist eine sinnvolle Grundlage für gezielte Verhaltensänderungen. | sehr sinnvoll |
| Alternativverhalten | Alte Rauchroutinen erhalten vorher geplante Ersatzhandlungen. | Das entspricht einem nachvollziehbaren verhaltensbezogenen Vorgehen. | gut begründet |
| Entspannung | Eine Entspannungstechnik soll in schwierigen Situationen helfen. | Sinnvoll als Werkzeug, aber kein Ersatz für die Bearbeitung tiefer liegender Belastungen. | Ergänzung |
| Nikotinersatz | Unterstützende Möglichkeiten werden einbezogen. | Körperliche Unterstützung und Verhaltensänderung schließen sich grundsätzlich nicht aus. | differenziert |
| Sechs Wochen | Ein klarer Zeitraum strukturiert den Ausstieg. | Gut für die Umsetzung. Rückfallprävention muss aber auch nach Woche sechs weitergehen können. | danach fortsetzen |
| Selbsthilfe | Das Programm ist grundsätzlich zur eigenständigen Anwendung konzipiert. | Bei stärkerer oder komplexer Abhängigkeit kann zusätzliche Unterstützung sinnvoll sein. | Bedarf prüfen |
Für wen könnte „Nichtrauchen!“ besonders geeignet sein?
✓ Wahrscheinlich passend, wenn …
- du einen klaren Ablauf über mehrere Wochen möchtest,
- du einen sachlichen und strukturierten Ansatz bevorzugst,
- du deine Rauchgewohnheiten genau untersuchen möchtest,
- du bereit bist, neue Verhaltensweisen tatsächlich einzuüben,
- du auch die körperliche Abhängigkeit berücksichtigen möchtest,
- dir Rückfallprävention wichtig ist.
× Eher nicht als einzige Hilfe, wenn …
- du vor allem emotionale Motivation suchst,
- du keinerlei Übungen oder Selbstbeobachtung machen möchtest,
- du sehr starke Entzugsprobleme erlebt hast,
- Rauchen eng mit schweren psychischen Belastungen verbunden ist,
- du überwiegend vapest oder mehrere Nikotinprodukte nutzt,
- du eine individuelle therapeutische Begleitung benötigst.
Batra & Buchkremer, Allen Carr, Tomomi Sato oder Andreas Jopp?
Batra & Buchkremer
Verhaltenstherapeutischer Ansatz mit Raucherprofil, Rauchstopptag, Ersatzhandlungen und Rückfallprävention.
Gut für: Struktur und aktive MitarbeitAllen Carr
Konzentriert sich stärker darauf, die vermeintlichen Vorteile des Rauchens und das Gefühl des Verzichts aufzulösen.
Allen Carr im Buch-Check →Tomomi Sato
Greift die Frage nach dem vermeintlichen Wert der Zigarette auf und erklärt ausführlicher, warum Erleichterung tatsächlich empfunden werden kann.
Tomomi Sato im Buch-Check →Andreas Jopp
Breiter angelegter Ansatz mit 30-Tage-Rahmen, Rauchstopp, Ernährung, Gewicht und verschiedenen Entwöhnungsmöglichkeiten.
Andreas Jopp im Buch-Check →Allen Carr arbeitet besonders stark an der Bedeutung der Zigarette. Tomomi Sato versucht diese Bedeutung stärker wissenschaftlich zu erklären. Batra & Buchkremer konzentrieren sich stärker auf Verhalten, Situationen und konkrete Veränderung. Andreas Jopp bietet einen breiteren 30-Tage-Rahmen.
Passende Nichtraucherzone-Tools zum Sechs-Wochen-Ansatz
Lohnt sich „Nichtrauchen!“ von Batra und Buchkremer?
Unter den vorgestellten Rauchstopp-Büchern nimmt „Nichtrauchen!“ eine interessante Position ein.
Es versucht weder, den Leser nur zu motivieren, noch baut es den gesamten Rauchstopp auf einen einzigen mentalen Perspektivwechsel auf.
Die Stärke liegt vielmehr in der Kombination aus Selbstbeobachtung, festem Rauchstopptag, konkretem Alternativverhalten und Rückfallprävention.
Positiv finde ich außerdem, dass körperliche Nikotinabhängigkeit nicht ausgeblendet wird. Genau hier unterscheidet sich das Buch deutlich von Ansätzen, bei denen nahezu alles über die gedankliche Bewertung des Rauchens erklärt wird.
Die Grenzen liegen vor allem im kompakten Umfang und im Alter der besprochenen Ausgabe. Ein 127-Seiten-Selbsthilfeprogramm kann einen klaren Rahmen geben, aber nicht jede individuelle Abhängigkeitssituation abbilden.
Unsere Empfehlung
Besonders interessant ist das Buch, wenn du einen sachlichen und konkreten Plan suchst und bereit bist, deinen Rauchstopp tatsächlich über mehrere Wochen aktiv zu bearbeiten.
Wenn dein Hauptproblem dagegen das Gefühl ist, dass die Zigarette dir etwas Wertvolles gibt, könnten Allen Carr oder Tomomi Sato die passendere gedankliche Ergänzung sein.
FAQ zu „Nichtrauchen!“ von Batra und Buchkremer
Sind es sechs Schritte oder sechs Wochen?
Der Untertitel spricht von sechs Schritten. Das eigentliche Selbsthilfeprogramm ist jedoch in sechs aufeinander aufbauende Programmwochen gegliedert.
Wann hört man mit dem Rauchen auf?
Der eigentliche Rauchstopp ist bereits in Woche zwei vorgesehen. Die weiteren Wochen dienen der Stabilisierung neuer Verhaltensweisen und der Rückfallprävention.
Ist das Buch wissenschaftlich orientiert?
Der Ansatz ist verhaltenstherapeutisch geprägt und berücksichtigt sowohl psychologische Verhaltensmuster als auch körperliche Nikotinabhängigkeit.
Kann ich das Programm allein durchführen?
Das Buch ist als Selbsthilfeprogramm aufgebaut. Bei stärkerer Abhängigkeit, vielen früheren Rückfällen oder komplexeren gesundheitlichen beziehungsweise psychischen Belastungen kann zusätzliche professionelle Unterstützung sinnvoll sein.
Behandelt das Buch auch Nikotinersatz?
Unterstützende medizinische beziehungsweise medikamentöse Möglichkeiten werden grundsätzlich berücksichtigt. Welche konkrete Unterstützung individuell geeignet ist, sollte bei Bedarf mit medizinischem Fachpersonal geklärt werden.
Was unterscheidet das Buch von Allen Carr?
Allen Carr konzentriert sich stärker darauf, die innere Bewertung der Zigarette und das Gefühl des Verzichts zu verändern. Batra und Buchkremer arbeiten stärker mit Raucherprofil, Verhaltensanalyse, festem Rauchstopptag, Ersatzhandlungen und Rückfallprävention.
Was unterscheidet Tomomi Sato von Batra und Buchkremer?
Batra und Buchkremer verfolgen einen stärker verhaltenstherapeutischen und strukturierten Ansatz. Tomomi Sato beschäftigt sich stärker mit der Frage, warum sich Rauchen für den Betroffenen tatsächlich beruhigend oder belohnend anfühlen kann und wie diese Bewertung der Zigarette verändert werden kann.
Mehr dazu findest du in unserem ausführlichen Buch-Check zu „Nichtrauchen beginnt mit echtem Verstehen“ .
Ist das Buch auch für Vaper geeignet?
Die besprochene Ausgabe konzentriert sich in erster Linie auf Zigarettenrauchen. Grundprinzipien wie Triggeranalyse, neue Verhaltensweisen und Rückfallprävention können zwar auch für andere Konsumformen interessant sein, Vaping und Dual Use benötigen aber zusätzliche Informationen.
Was passiert bei einem Ausrutscher?
Ein Ausrutscher sollte möglichst als Signal verstanden werden, die konkrete Situation zu analysieren und anschließend wieder zum rauchfreien Plan zurückzukehren, statt daraus einen vollständigen Rückfall werden zu lassen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Kohlhammer Verlag: Buchdaten und Beschreibung zu „Nichtrauchen! – Erfolgreich aussteigen in sechs Schritten“.
- Öffentlich zugängliche Inhaltsübersicht zum Sechs-Wochen-Programm.
- Allgemeine medizinische Leitlinien und Empfehlungen zur Tabakentwöhnung.
Letzte redaktionelle Überarbeitung: 8. September 2026.
Nach oben ↑