Die Pause bleibt – die Zigarette geht

Rauchen in der Pause ersetzen: So wird deine Pause wieder rauchfrei

Die Pausenzigarette war oft mehr als Nikotin: Sie bedeutete Unterbrechung, Luft, Abstand, Gespräch oder ein paar Minuten ohne Anforderungen. Deshalb musst du nicht die Pause abschaffen – sondern ihre Funktion von der Zigarette lösen.

Von Heiko Boos · Aktualisiert am 22. September 2026 · Pausenzigarette & Alltagstrigger
Mann mit Kaffee bei einer entspannten Arbeitspause ohne Zigarette
Eine echte Pause funktioniert auch ohne Zigarette – mit Abstand, Getränk und ein paar Minuten für dich. Foto: Vitaly Gariev / Unsplash.
Warum Pausen so stark triggern

Die Zigarette hat oft die Pause organisiert

Eine Raucherpause bringt mehrere Funktionen zusammen: Arbeit unterbrechen, den Platz wechseln, kurz nach draußen gehen, mit anderen reden oder allein sein. Wenn das oft gemeinsam mit Rauchen passiert ist, kann später schon der Pausenbeginn zum Rauch-Trigger werden.

A

Abstand

Du kommst für ein paar Minuten weg von Bildschirm, Aufgabe oder Arbeitsplatz.

E

Erholung

Du musst kurz nichts leisten und darfst bewusst unterbrechen.

K

Kontakt

Die Rauchergruppe kann auch Gespräch, Zugehörigkeit und Informationsaustausch bedeuten.

R

Ritual

Uhrzeit, Kaffee, Tür, Raucherplatz oder Kolleginnen und Kollegen können feste Auslöser geworden sein.

Die Pause bleibt – die Zigarette geht. Du brauchst weiterhin Unterbrechung und Erholung. Genau diese Funktionen bekommen jetzt eine neue Form.
Für die nächste Pause

Der Pausen-Reset in fünf einfachen Schritten

Lege den Ablauf möglichst vor der Pause fest. So musst du nicht erst entscheiden, wenn der alte Rauchimpuls schon da ist.

1
Pause markieren Steh bewusst auf oder schließe deine aktuelle Aufgabe sichtbar ab.
2
Rauchsachen liegen lassen Kein Feuerzeug und keine Packung „nur zur Sicherheit“ mitnehmen.
3
Ort wählen Geh nicht automatisch an den alten Rauchplatz oder direkt in die Rauchergruppe.
4
Pause füllen Wasser, Tee, kurzer Gang, frische Luft, Gespräch oder bewusst zwei Minuten nichts tun.
5
Craving abfangen Wenn das Verlangen stark bleibt, nutze deine gespeicherte Akuthilfe.
Starker Rauchimpuls? Öffne den 3-Minuten-Timer oder die kostenlose Rauchverlangen-Notfallkarte.
Die Funktion entscheidet

Welche Pause brauchst du eigentlich?

Eine gute Alternative muss nicht wie Rauchen aussehen. Sie muss den Grund treffen, warum du gerade überhaupt Pause machen willst.

1

Du brauchst Ruhe

Geh kurz ans Fenster, trink etwas langsam oder sitze zwei Minuten ohne Bildschirm und ohne Aufgabe.

2

Du brauchst Bewegung

Ein kurzer Gang, ein paar Treppen oder bewusstes Strecken schaffen einen klaren körperlichen Wechsel.

3

Du brauchst Kontakt

Such Gespräch bewusst außerhalb des Rauchplatzes oder geh mit einer Person kurz eine rauchfreie Runde.

Wenn andere rauchen

Du musst soziale Pause und Raucherpause nicht gleichsetzen

Gerade am Arbeitsplatz kann Rauchen mit Gesprächen, Zugehörigkeit und informellem Austausch verbunden sein. Deshalb braucht die neue Pause manchmal nicht nur eine Ersatzhandlung, sondern auch eine neue soziale Lösung.

S

Mitgehen – mit Abstand

Wenn dich Rauch und angebotene Zigaretten nicht zu stark triggern, kannst du Kontakt behalten und bewusst Abstand zum Rauchplatz halten.

N

Kurz Nein sagen

Ein vorbereiteter Satz reicht: „Nein danke, ich rauche nicht mehr.“ Du musst deinen Rauchstopp nicht erklären.

A

Andere Pause wählen

Wenn die Rauchergruppe aktuell zu stark triggert, plane vorübergehend bewusst eine andere Pause.

Wenn vor allem rauchende Kolleginnen und Kollegen dein Problem sind, lies weiter bei Kollegen rauchen weiter.
Wenn-dann statt Autopilot

Vier Entscheidungen für die nächste rauchfreie Pause

Ein fester Satz ist im kritischen Moment leichter abrufbar als ein allgemeiner guter Vorsatz.

Wenn meine Pause beginnt …

… hole ich zuerst Wasser oder Tee und nehme keine Rauchutensilien mit.

Wenn andere rauchen gehen …

… entscheide ich vorher, ob ich mit Abstand mitgehe oder heute eine andere Pause mache.

Wenn ich gestresst bin …

… behalte ich die Pause, aber ändere Ort und Handlung. Die Pause bleibt – die Zigarette geht.

Wenn der Rauchdruck stark wird …

… öffne ich sofort meine Akuthilfe statt am Rauchplatz weiter zu verhandeln.

Optional · für kritische Pausenmomente

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Wenn Pausen regelmäßig zu deinen schwierigsten Rauchmomenten gehören und du mehr vorbereitete Akuthilfen griffbereit haben möchtest, passt das Notfallkit hier am besten.

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  • für akute und wiederkehrende Rauchverlangen-Momente
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  • kein Ersatz für medizinische Beratung oder Behandlung
Fachliche Einordnung

Warum eine neue Pausenroutine so sinnvoll ist

Fachinformationen zum Rauchstopp beschreiben ausdrücklich, dass Rauchen den Alltag strukturieren und Auszeiten markieren kann. Nach dem Rauchstopp müssen genau diese Funktionen neu besetzt werden.

BIÖG: Wenn die Arbeitspause zur Raucherpause wird

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit beschreibt die Raucherpause als kurzfristige Unterbrechung des Arbeitsalltags. Nach dem Rauchstopp geht es darum, diese Funktion durch andere Formen von Pause und Entspannung zu ersetzen.

Zur BIÖG-Seite

CDC: Pausen gehören zu typischen Rauch-Routinen

Die CDC nennt Pausen ausdrücklich als eine alltägliche Routine, die mit Rauchen verknüpft sein kann. Beim Rauchstopp geht es deshalb auch darum, solche Routinen ohne Zigarette neu zu gestalten.

Zur CDC-Erklärung

Unabhängige Unterstützung: Das BIÖG-Beratungstelefon zur Rauchentwöhnung ist unter 0800 8 31 31 31 erreichbar – Montag bis Donnerstag 10–22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10–18 Uhr.
Häufige Fragen

FAQ: Rauchen in der Pause ersetzen

Warum ist Rauchen in der Pause so ein starker Trigger?

Weil die Zigarette oft nicht nur mit Nikotin, sondern auch mit Unterbrechung, frischer Luft, Abstand von der Arbeit, sozialem Kontakt oder Belohnung verbunden war. Dadurch kann schon der Beginn einer Pause Rauchverlangen auslösen.

Wie kann ich die Pausenzigarette ersetzen?

Behalte die Pause, aber ändere ihren Ablauf. Hol dir zum Beispiel Wasser oder Tee, wechsle den Ort, geh kurz, strecke dich oder sprich mit jemandem außerhalb des Rauchbereichs. Wichtig ist, dass die neue Handlung sofort zu Beginn der Pause startet.

Was hilft sofort, wenn ich in der Pause stark rauchen möchte?

Entferne dich vom Rauchplatz, nimm keine Zigaretten oder Feuerzeug mit, trink etwas und beginne eine kurze Ersatzhandlung. Bei starkem Rauchverlangen kannst du den 3-Minuten-Timer oder die Rauchverlangen-Notfallkarte nutzen.

Sollte ich Raucherpausen am Anfang ganz meiden?

Wenn die Rauchergruppe oder der Rauchplatz sehr stark triggert, kann vorübergehend mehr Abstand helfen. Ziel ist aber nicht, auf Pausen oder soziale Kontakte zu verzichten, sondern neue rauchfreie Pausenwege aufzubauen.

Was ist der Unterschied zur Mittagspausen-Seite?

Diese Seite behandelt Pausen allgemein – kurze Arbeitsunterbrechungen, Kaffeepausen oder kleine Auszeiten. Die Seite zur Mittagspause konzentriert sich speziell auf Essen, längere Pausen und den Übergang nach dem Mittagessen.

Was mache ich, wenn ich in einer Pause doch eine Zigarette rauche?

Mach aus einer Zigarette nicht automatisch einen ganzen Rauchtag. Stoppe die nächste Zigarette möglichst früh und nutze die Seite Eine Zigarette geraucht – was nun? für den unmittelbaren nächsten Schritt.

Mach nicht weniger Pause – mach eine andere Pause

Erholung, Luft, Bewegung und Kontakt dürfen bleiben. Nur die alte Verknüpfung mit der Zigarette wird Schritt für Schritt ersetzt.

Gesundheitshinweis: Diese Seite bietet allgemeine Rauchstopp-Unterstützung und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei starken Beschwerden, Schwangerschaft, relevanten Vorerkrankungen oder Fragen zu Nikotinersatz und Medikamenten solltest du ärztlichen oder pharmazeutischen Rat einholen.